Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe.

Golem hat heute berichtet, dass es wieder mal „Irritationen“ zwischen dem Eur­opa­parla­ment und den USA gibt.
Hintergrund ist das sogenannte „Privacy shield“, welches ein pendant zum euro­päi­schen Datenschutz sein soll.

Das Problem ist, dass es die USA eben nicht so genau nimmt mit dem Datenschutz. Und so gehen die Wogen wieder einmal sehr hoch zwischen den beiden Admi­nis­tra­tio­nen. Die EU will den (zugegeben) überbordenden Datenschutz durchsetzen und die USA wollen Ihren Nach­rich­ten­diens­ten weiter erlauben auf exakt diese Daten zuzugreifen.

https://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+MOTION+B8-2018–0305+0+DOC+XML+V0//DE

Nach den EU-Datenschützern verliert nun auch das Eur­opa­parla­ment die Geduld: Die Daten­ver­einba­rung mit den USA soll bald ausgesetzt werden, wenn es keinen besseren Datenschutz gibt.

https://www.golem.de/news/privacy-shield-eur­opa­parla­ment-will-daten­austausch-mit-den-usa-stoppen-1807–135345.html

Nachdem der Europäische Gerichtshof (EuGH) im Oktober 2015 das Safe-Harbor-Abkommen für ungültig erklärt hatte, war eine Neureglung notwendig geworden. Der neue Schild zum Schutz der Privatsphäre ist ebenso wie sein Vorgänger kein rechts­ver­bindli­ches Abkommen, sondern ein Rechtsrahmen, der in diesem Fall auf dem Austausch verschiedener Briefe basiert.

Die neue Daten­schutz­grund­verordnung (DSGVO) erlaubt die Daten­über­tra­gung in Länder mit einem „angemessenen Schutzniveau“ (Artikel 45) oder auf Basis von Standard­daten­schutz­klauseln (Artikel 46). Hinzu kommen noch „genehmigte Verhaltens­regeln“ und ein „genehmigter Zertifizierungs­mecha­nismus“.

Nach dem Skandal um die Daten­wei­ter­gabe von Facebook an die Analysefirma Cambridge Analytica fordern die Abgeordneten eine bessere Überwachung der Daten­schutz­ver­einba­rung.
Sowohl Facebook als auch Cambridge Analytica hätten den Privacy Shield genutzt, um den Daten­austausch zwischen der EU und den USA zu ermöglichen. Beide hätten sich ver­pflich­tet, die darin festgehaltenen Datenschutz-Auflagen zu erfüllen.

Man wird also sehen, ob es Facebook, Dropbox und Co. auch in Zukunft so wie heute oder in geänderter Form am Euro­päi­schen Markt geben wird. Die Zeichen dafür stehen, vor allem auch wegen dem amtierenden US Präsidenten aber eher schlecht